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Landratsamt Dillingen  |  E-Mail: poststelle@landratsamt.dillingen.de  |  Online: http://www.landkreis-dillingen.de

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Landratsamt Dillingen a.d.Donau

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Letzte Änderung:
24.11.2017
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Landrat Leo Schrell zieht Bilanz des Hochwasserereignisses

Hochwasser - Bild: FF Lauingen

„Gegenüber anderen Regionen in Bayern und Deutschland sind wir vergleichsweise glimpflich weggekommen“, zog Landrat Leo Schrell letztlich erleichtert bei einer Pressekonferenz Bilanz des Hochwasserereignisses, das die Bevölkerung und die Einsatzkräfte seit Freitag in Atem gehalten und letztlich auch gefordert hat.

Ein Kompliment machte der Landrat dabei insbesondere den Feuerwehren, die teils rund um die Uhr im Einsatz waren und vor allem auch nachts die Lage kritisch beobachtet haben, und dankte für den engagierten Einsatz. Zufrieden stellte der Landrat zudem fest, dass mehrere Faktoren schlussendlich dazu geführt haben, dass das noch am Wochenende befürchtete Ausmaß des Pfingsthochwassers von 1999 nicht eintrat:

 

  • So waren die Niederschläge im östlichen Alpenvorland offensichtlich wesentlich ergiebiger als im Einzugsgebiet der Iller.
  • Durch eine frühzeitige Information der Bevölkerung, der Städte und Gemeinden sowie der örtlichen Feuerwehren konnten sich pozentiell betroffene Bürger und die Hilfsorganisationen rechtzeitig auf die Situation einstellen und die erforderlichen Vorsichtsmaßnahmen treffen.
  • Die von der Stadt Dillingen aufgrund der Erfahrungen des Hochwassers 2005 zwischen Dillingen und Fristingen geschaffene Flutmulde, die große Mengen des über den Riedstrom abgeflossenen Donauwassers in das weitläufige Truppenübungsgelände der Bundeswehr abgeleitet hat, hat sich extrem bewährt. Dadurch blieb der Ort Kicklingen letztlich von den Auswirkungen des Hochwassers verschont.
  • Aus den Erfahrungen des Hochwasserereignisses 2005 wurde die Zusammenarbeit zwischen den Hilfsorganisationen, den betroffenen Städten und Gemeinden, der Staustufenwarte Gersthofen, dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, der Polizei und den Leitstellen optimiert und hat unter Leitung des Krisenstabes im Landratsamt perfekt funktioniert.

 

„Unter Berücksichtigung all dieser Faktoren war die über Tage angespannten Lage zu jederzeit unter Kontrolle“, lobte der Landrat den vorbildlichen Einsatz der Hilfsorganisationen, insbesondere der Feuerwehren, und nannte zudem die im Landkreis vorhandenen funktionierenden Strukturen des Katastrophenschutzes mit als Voraussetzung dafür.

Bewährt haben sich erneut die Hochwasserpläne der Städte, aufgrund derer die örtlichen Feuerwehren frühzeitig ihre Einsätze koordinieren konnten, nachdem das Landratsamt bereits am vergangenen Freitag die Gemeinden und Feuerwehren entlang der Donau über die beunruhigenden Prognosen des Hochwassernachrichtendienstes informiert hatte.

Wie wertvoll die ständigen Lageerkundungen der Feuerwehren waren, zeigte Kreisbrandrat Frank Schmidt an einem konkreten Beispiel auf. So wurde von Sonntag- auf Montagnacht gegen 01:00 Uhr festgestellt, dass der Deich zwischen Kesselseil und Helmeringen instabil geworden war und kurzerhand von den Feuerwehren aus Lauingen, Frauenriedhausen und Veitriedhausen gemeinsam mit dem Wasserwirtschaftsamt Donauwörth Maßnahmen zur Deichsicherung ergriffen wurden, indem Fliesgewebe und eine Kiesschicht im besagten Bereich eingebracht wurde.

Erfreulich war aus Sicht des Landrats, dass die Ausuferungen der Donau in Gundelfingen nicht ganz bis zum Kreissportzentrum, zu den Sportanlagen des FC Gundelfingen und zum Werksgelände der Fa. Gartner in Gundelfingen vorgedrungen sind. „Dennoch waren die ergriffenen Vorsichtsmaßnahmen angesichts der Prognosen notwendig und richtig“, betonte der Landrat.

Verständnis zeigte Leo Schrell für die von der Ausleitung in den Riedstrom betroffenen Landwirte, die erneut enorme Schäden zu beklagen haben. Deshalb kündigte Schrell an, in Abstimmung mit dem Bayerischen Bauernverband im Landkreis erneut die Initiative zu ergreifen und beim Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit eine für die Landwirte akzeptable Lösung zur Entschädigung der entstandenen Schäden einzufordern.

Der BBV im Landkreis geht nach ersten Schätzungen davon aus, dass ähnlich des Jahres 2005 rund 2.000 Hektar landwirtschaftliche Flächen von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen sind. Der Schaden dürfte sich nach Aussage des Geschäftsführers, Eugen Bayer, auf insgesamt rund zwei Millionen Euro belaufen.

Bestätigt fühlt sich der Landrat in Bezug auf das Konzept und die Zielsetzung des „DonAUWALD-Projektes“, gezielt ausuferndes Donauwasser in den dafür bestimmten Auwald zu leiten, um bebaute Bereiche und intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen vor Überflutung zu schützen.

„Diese Verfahrensweise wird am Beispiel der zwischen Dillingen und Fristingen geschaffenen Flutmulde offensichtlich und hat sich bestens bewährt“, resümierte Schrell.

Besonders dankte der Landrat den Hilfsorganisationen, die für den Bedarfsfall in Bereitschaft standen. Schrell nannte in diesem Zusammenhang das BRK, die DLRG und das THW sowie die Bundeswehr, die teilweise in die Katastrophengebiete nach Oberbayern abberufen wurden.

 

 

Dillingen a.d.Donau, 05.06.2013

Peter Hurler, Pressesprecher

Tel.Nr. 09071/51-138

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