Gesundheitsamt setzt luca App zur Kontaktverfolgung ein

Als weiteren wichtigen Baustein zur Eindämmung der Corona-Pandemie bezeichnet Landrat Leo Schrell die „luca App“, die künftig vom Gesundheitsamt des Landkreises Dillingen a.d.Donau für die Kontaktnachverfolgung genutzt wird.

Schrell wirbt deshalb sowohl bei der Bevölkerung als auch den Unternehmen des Einzelhandels und der Gastronomie für die Nutzung der App. Schrell sieht in der App den Vorteil, dass die Daten bei den Gesundheitsämtern direkt in SORMAS eingespeist werden können.

SORMAS ist eine spezialisierte Software-Version zum Kontaktpersonenmanagement im Rahmen der SARS-CoV-2-Pandemie. Es unterstützt die Gesundheitsämter bei der Identifizierung und Überwachung von Kontaktpersonen. Das Gesundheitsamt Dillingen nutzt SORMAS bereits seit Dezember 2020.

Die Nutzung der luca App würde nach Überzeugung des Landrats einen hilfreichen Baustein im Rahmen der digitalen Kontaktnachverfolgung von Infektionsketten darstellen. Luca ist eine Lösung, die eine schnelle Kontaktdatenverwaltung und Kontaktnachverfolgung für private Treffen und öffentliche Veranstaltungen, für Geschäfte und Gastronomie ermöglicht und dabei die Gesundheitsämter einbindet sowie deren Arbeit erheblich vereinfacht.

Schrell misst der effektiven und effizienten Kontaktnachverfolgung vor allem auch mit Blick auf die ab 22. März 2021 möglichen weiteren Öffnungsschritte in Richtung Außengastronomie große Bedeutung bei. Der Landrat lässt derzeit von seiner Verwaltung die rechtlichen Grundlagen für diesen Öffnungsschritt prüfen und vorbereiten. Dazu ist allerdings das Einvernehmen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege erforderlich. Gleiches gilt u.a. für die Öffnung von Kinos sowie kontaktfreien Sport im Innenbereich sowie Kontaktsport unter freiem Himmel.

Nachdem vom 22. März 2021 ausgehend in den zurückliegenden 14 Tagen der 7-Tages-Inzidenz-Wert mindestens einmal über 50 lag (13. März 2021) wären die weiteren Öffnungsschritte allerdings nur unter Einschränkungen möglich. So sind für die Bereiche „Sport und Kino“ stets ein tagesaktueller COVID-19 Schnell- oder Selbsttest erforderlich, in der Außengastronomie jedoch nur für Personen an einem Tisch aus verschiedenen Hausständen.

Die Öffnung der Außengastronomie würde zudem voraussetzen, dass Besucher nur nach vorheriger Terminbuchung mit Dokumentation für die Kontaktnachverfolgung Zutritt erhalten. Weiter entscheidend ist vor allem, dass die Entwicklung des Infektionsgeschehens stabil oder rückläufig erscheint. Dabei wiederum spielt eine schnelle Kontaktnachverfolgung mit dem Ziel der Unterbrechung von Infektionsketten eine entscheidende Rolle.

Informationen zur luca app finden sich unter www.luca-app.de/faq/. Im Kern ist luca ganz einfach: luca hat drei zentrale Schnittstellen – den Gastgeber, den Gast bzw. User und die Gesundheitsämter. Als Gast meldet man sich einmal in der App mit seinen Daten auf einem mobilen Endgerät an. luca generiert einen sich minütlich ändernden QR-Code, der dem Endgerät des Gastes zugeordnet ist. Mit diesem „Pass“ kann man sich in Locations einchecken – egal, ob Wochenmarkt, Kirche, Restaurant, Geschäft oder Familientreffen. Alles was der „Gastgeber“ dafür benötigt, ist ebenfalls ein Handy mit der luca App. Man checkt sich per Scan bei seinem Gastgeber ein und wird z.B. automatisch ausgeloggt, wenn man den Ort wieder verlässt. Tritt ein Infektionsfall ein, werden alle Gäste dieser Location informiert, die sich zur betreffenden Uhrzeit dort aufgehalten haben. Parallel werden die Gesundheitsämter informiert, die dann automatisch Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste haben. Zusätzlich bietet die App ein Kontakttagebuch an. Hier kann man bis zu 30 Tage zurückverfolgen, wo man wann war – genau das Kontakttagebuch, was Virologen wie Christian Drosten empfehlen.

Auch die Corona-Warn-App bietet bereits seit einiger Zeit die Möglichkeit, ein Kontakttagebuch zu führen. Im Falle eines Kontakts mit einer positiv getesteten Person müssen diese rückwirkenden Kontakte im Infektionszeitraum dem Gesundheitsamt angegeben werden.

 

Dillingen a.d.Donau, 17. März 2021
Peter Hurler, Pressesprecher

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