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Landratsamt Dillingen  |  E-Mail: poststelle@landratsamt.dillingen.de  |  Online: http://www.landkreis-dillingen.de

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Landratsamt Dillingen a.d.Donau

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Letzte Änderung:
12.12.2018
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HIV-Schnelltest nach Risikokontakt

Insbesondere für Risikogruppen sind sogenannte HIV-Schnelltests geeignet. Seit Oktober dieses Jahres sind HIV-Selbsttests frei verkäuflich in Apotheken, Drogerien oder über das Internet erhältlich. Dadurch sollen Anreize geschaffen werden, dass sich Personen mit einem höheren Risiko häufiger einem Test unterziehen können.

 

Bislang war eine Testung auf HIV nur beim Arzt, Gesundheitsamt oder in lokalen AIDS-Hilfestellen möglich. Hat man sich mit HIV angesteckt, werden vom Immunsystem Antikörper gebildet, die mit Hilfe von Tests nachgewiesen werden. Diese Antikörper können mit Labortestmethoden nach sechs Wochen nachgewiesen werden. Nach zwölf Wochen ist die Menge so hoch, dass sie mit einem HIV-Selbsttest nachgewiesen werden kann.

 

Beide Tests, der Labortest und der Schnelltest, sollen keine HIV-Infektionen übersehen; dies ist zu fast 100 % der Fall. Die Labortests sind sogar noch etwas genauer, als die Selbsttests. Allerdings gibt es auch eine nicht unerhebliche Anzahl an falsch-positiven Proben, d.h. ein Test zeigt ein positives Ergebnis, obwohl keine HIV-Infektion vorliegt. Ein positives Ergebnis wird also in jedem Fall noch einmal kontrolliert. Bei einem Labortest geschieht dies automatisch. Bei einem reaktiven Schnelltest muss noch einmal Blut bei einem Arzt abgenommen werden. Erst nach diesem Gegencheck kann man von einem bestätigt positiven Ergebnis sprechen.

 

Die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Bestätigungstest positiv sein wird, hängt davon ab, wie häufig die Infektion in der Gruppe vorkommt, in der die- oder derjenige sexuell aktiv ist. Gibt es in einer Gruppe einen höheren Anteil an Erkrankten, z.B. bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), ist es wahrscheinlicher, dass das Ergebnis des ersten positiven Suchtests stimmt. Da die Häufigkeit einer HIV-Erkrankung gemessen an der Allgemeinbevölkerung aber insgesamt relativ gering ist, wird der Bestätigungstest ohne besonderes Risiko deshalb die HIV-Infektion nicht bestätigen (negatives Ergebnis).

 

Sinnvoll ist es daher, wenn man nicht zu einer Risikogruppe zählt oder sich in Risikogruppen für HIV bewegt, einen Labortest durchführen zu lassen. Dieser wird an Beratungsstellen mit professionell geschultem Personal durchgeführt. Der Test kann schon nach sechs Wochen durchgeführt werden. Im Gegensatz zum Schnelltest wird hier, wenn überhaupt, ein positives Ergebnis immer mit einem Bestätigungstest mitgeteilt und der Klient kann sofort umfassend beraten werden.

 

Sollte man sich trotzdem für die Durchführung eines Schnelltests zu Hause entscheiden, ist es wichtig, einen Test zu verwenden, der ein CE-Zeichen trägt. Nur sie erfüllen die in Europa festgelegten Anforderungen an Sicherheit und Leistung. Der Abstand zum letzten Risikokontakt muss zwölf Wochen betragen, alles unter zwölf Wochen kann der Test nicht erfassen. Die Testabnahme muss korrekt, wie in der Anleitung beschrieben, durchgeführt werden und ein positives Ergebnis im Schnelltest heißt nicht zwangsläufig, dass man mit HIV infiziert ist. Das muss unbedingt mittels Blutabnahme bei Fachpersonal kontrolliert werden.

 

Sollte sich eine HIV-Infektion, egal bei welchem Test, bestätigen, kann diese mittlerweile sehr gut behandelt werden. Es gibt Medikamente, die die Virusvermehrung im Körper verhindern, sodass Menschen mit HIV heutzutage in Deutschland eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie andere Menschen haben.

 

Das Paul-Ehrlich-Institut bietet auf seiner Homepage weiterführende Informationen zu HIV-Selbsttests an. Fragen beantworten zudem die Mitarbeiterinnen des Fachbereichs Gesundheit am Landratsamt. Dort besteht nach vorheriger telefonischer Anmeldung (09071/51-4041) auch die Möglichkeit zu einem Beratungsgespräch.

 

Von ca. 86.100 Menschen, die Ende 2017 in Deutschland mit HIV lebten, wussten ca. 13 % nichts von ihrer Infektion. „Aus Angst vor Ausgrenzung gehen viele Menschen zu spät oder gar nicht zum Arzt“, berichtet Janine Prasser vom Fachbereich Gesundheit. „Durch Aufklärung kann man es schaffen, Scham und Stigmatisierung abzubauen, sodass das Ziel der Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe „Kein AIDS für alle bis 2020“ erreicht werden kann“, so Prasser.

 

 

Dillingen a.d.Donau, 28. November 2018

Peter Hurler, Pressesprecher

Tel.Nr. 09071/51-138

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