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Verlängerung des Porjektes KIASU bis 30.06.2020 ein präventives Gruppenangebot für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Seit 01.07.2017 arbeiten AOK, Gesundheitsregionplus Landkreis Dillingen und die Caritas bei der Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien eng zusammen. Die AOK Bayern investiert in gesundheitsfördernde Projekte, die der Gesellschaft zugutekommen. „Wir sind überzeugt vom Projekt KIASU, welches einen wichtigen Beitrag für die Familien in der Region leistet“, betont Hermann Hillenbrand, Direktor der AOK Günzburg. Die Förderung des Projektes KIASU durch die AOK-Initiative „Gesunde Kommune“ wird bis 2020 verlängert und nun mit insgesamt über 25.000 Euro unterstützt. „Wir freuen uns, mit der weiteren Förderung den Erfolg und die Arbeit mit den betroffenen Kindern und Jugendlichen weiter auszubauen“, so Hillenbrand weiter. 

 

 

14-tägig am Freitagnachmittag treffen sich regelmäßig bisher 4 Kinder mit 2 Mitarbeiterinnen des Projektes KIASU. Nach einem kurzen Austausch mit den Eltern oder den Sorgeberechtigten geht es in den Gruppenraum der Suchtfachambulanz. Constanze Bögel (Gruppenleiterin) hat diesen vorher schon liebevoll hergerichtet. Ein Sitzkreis aus bunten Kissen, eine liebevoll gestaltete Mitte und „der Elefant“, ein Kuscheltier, warten auf die Kinder. Wer den Elefanten hält, ist dran und darf berichten, wie es ihr/ihm seit der letzten Gruppe ergangen ist. Eine Sanduhr achtet darauf, dass alle die gleiche Zeit zum Sprechen bekommen. Dieses Eingangsritual ist wichtiger Bestandteil des Gruppennachmittages. Verlässliche Rituale, Erwachsene, die zuhören und auch mal erklären, was ist „Sucht“, was ist eine „Therapie“ oder warum kann mein Vater abends nur noch auf dem Sofa liegen oder wie kommt es, dass meine Mutter immer so traurig ist, sind hilfreiche Erfahrungen. Dabei ist es wichtig, den Kindern kindgerecht zu erklären, was sie erleben und ihnen zu helfen, das Geschehene einzuordnen, damit sie nicht die Verantwortung für die Erwachsenen übernehmen. Sie lernen, sich an ihre Ansprechpartner der Gruppe zu wenden. Wichtige Rituale sind neben der Eingangs – und Abschlussrunde auch, dass die Gruppe gemeinsam Obst oder Gemüse schneidet, zusammen Waffeln backt oder jahreszeitliche Feste und Geburtstage feiert. Natürlich wird auch immer wieder gemeinsam gespielt oder es werden auch Ausflüge geplant.

 

 

So war 2018 die Gruppe gemeinsam mit den Eltern zu einem Spaziergang mit Alpakas in Horgau, beim Minigolfen, bei einem Selbstverteidigungs-Kursabend bei Rayong Sports in Lauingen oder auf dem Weihnachtsmarkt in Wertingen.

Die Rückmeldungen der Kinder und Eltern sind überaus positiv und alle freuen sich immer wieder auf den Freitagnachmittag.

 

 

Die wichtigen Elterngespräche werden von allen 5 Mitarbeiterinnen der Suchtfachambulanz Dillingen geleistet. In den Beratungsgesprächen sollen die suchtbelasteten oder suchtkranken Eltern motiviert werden, ihren Kindern dieses hilfreiche Gruppenangebot zukommen zu lassen. Dabei geht es darum, eigene Scham- und Schuldgefühle zu verarbeiten und zu überwinden, da es nur so möglich ist, für sich und ihre Familie Hilfe annehmen zu können.

 

Aber auch Beratungsgespräche in Krisen der Familie können geleistet werden und die verschiedensten Hilfemöglichkeiten vermittelt werden. So können die Mitarbeiterinnen ganzheitlich arbeiten und alle Familienmitglieder berücksichtigen.

 

 

Kinder aus suchtbelasteten Familien haben ein 6-fach größeres Risiko selbst zu erkranken. Deshalb es so wichtig, diesen Teufelskreis zu durchbrechen. Frühzeitige Hilfen für Kinder, damit diese gesund und umsorgt aufwachsen können, zahlen sich für die Gesellschaft immer aus.

 

Über dieses Gruppenangebot hinaus ist den Mitarbeiterinnen der Suchtfachambulanz Dillingen weiterhin wichtig entstigmatisierend zu wirken. Das heißt, mit Informationen an die Öffentlichkeit zu gehen, um über das Thema „Alkohol- und Drogenkonsum als Krankheit“ aufzuklären und die Bereitschaft zu fördern, sich zu zeigen und darüber zu reden. Für Juli 2019 bereitet die Suchtfachambulanz Dillingen einen eigenen speziellen Fachtag zum Thema Sucht vor.

 

Die nachhaltige Prävention im Bereich Sucht ist auch dem Landkreis Dillingen a.d.Donau als Gesundheitsregionplus ein wichtiges Anliegen. Deshalb hat der Landkreis eine Verlängerung der finanziellen Projektförderung bis 30.06.2020 beantragt, verwaltet die Fördergelder und unterstützt die Suchtfachambulanz bei der Netzwerkarbeit.

 

„Wir freuen uns, dass wir das Projekt weiter voranbringen können. Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien im Landkreis sollen gestärkt werden, um ihnen ein gesundes Aufwachsen zu ermöglichen“, so Landrat Leo Schrell.

 

Eine Kontaktaufnahme zur Suchtfachambulanz ist jederzeit telefonisch möglich, um ein Beratungsgespräch auch außerhalb der Öffnungszeiten zu vereinbaren.

 

Suchtfachambulanz Dillingen, Regens-Wagner-Str.2

 

Tel: 09071 7 11 36 (Telefonische Erreichbarkeit: Mo-Fr. 9.00 bis 12:00 Uhr & Mo. u. Mi 13:00 bis 15:30 Uhr)

 

 Grossansicht in neuem Fenster: KIASU

 

im Bild von links: Direktor Hermann Hillenbrand (AOK Günzburg), Sabine Schmidt (Leitung Suchtfachambulanz Dillingen), Landrat Leo Schrell, Barbara Habermann (Referatsleitung Sucht und Psychiatrie, Caritasverband für die Diözese Augsburg e.V.), Eugenie Schweigert (Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus Landkreis Dillingen a.d.Donau), Dr. Uta-Maria Kastner (Leiterin des Fachbereichs Gesundheit am Landratsamt), Carolin Rolle (Geschäftsstelle Gesundheitsregionplus Landkreis Dillingen a.d.Donau)  und Nanki Bhalla (Mitarbeiterin der Suchtfachambulanz).

 

Foto: Landratsamt Dillingen

 

 

Infokasten Gesundheitsregionplus:

Der Landkreis Dillingen a.d.Donau als Gesundheitsregionplus ist ein fachlich kompetentes Netzwerk regionaler Akteure des Gesundheitswesens, das sich für die Optimierung der Gesundheitsvorsorge und der medizinischen Versorgung einsetzt. Der Freistaat Bayern unterstützt die Gesundheitsregionplus durch Beratung und Fördermittel.

Ziele der Gesundheitsregionplus:

- Zusammenarbeit in Gesundheitsfragen im Landkreis stärken

- Gesundheitsziele formulieren und umsetzen

- Vernetzung unter Einbezug von regionalen Akteuren ausbauen

 

 

Infokasten Initiative „Gesunde Kommune“ der AOK Bayern:

Mit der finanziellen Projektförderung unterstützt die AOK Bayern Kommunen dabei, die Gesundheit der Bürger nachhaltig zu stärken. In „Gesunden Kommunen“ wird Gesundheit von den Bürgern erlebt und gelebt. Deshalb machen sich Verantwortungsträger dafür stark, entsprechende Lebensbedingungen zu gestalten und Anstöße für einen gesundheitsfördernden Lebensstil zu geben. Die Maßnahmen und Konzepte werden unter Beteiligung der Zielgruppen entwickelt und umgesetzt und sind somit auf die Bedürfnisse der Bürger ausgerichtet. "Gesunde Kommunen" erreichen damit auch Bevölkerungsgruppen, die von präventiven Angeboten bisher kaum profitieren. Grundlage für den Förderrahmen bildet der Leitfaden Prävention, der für jede gesetzliche Krankenversicherung gilt.

Wer eine Projektförderung beantragen möchte, erhält unter www.aok.de/bayern/gesundekommune die notwendigen Unterlagen. Hier finden sich auch weitere Informationen sowie die Möglichkeit, mit den Experten der AOK direkten Kontakt aufzunehmen.

 

 

Dillingen a.d.Donau, 21.01.2019

Peter Hurler, Pressesprecher

Tel.Nr. 09071/ 51-138

  

 

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