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Weitere Informationen von Landrat Leo Schrell zur Corona-Krise (Stand 14.04.2020)

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

in den zurückliegenden Wochen hatten wir im Landkreis Dillingen vergleichsweise niedrige Coronazahlen zu verzeichnen. Leider hat sich die Situation über die Osterfeiertage geändert. Durch die Infektionen im Seniorenheim Pro Seniore in Bissingen müssen wir Stand heute, 14. April 2020, 10:00 Uhr, 179 erkrankte Personen und davon drei Sterbefälle beklagen. Erfreulich ist dagegen, dass bereits 70 erkrankte Menschen wieder gesund sind.

Auch über die Osterfeiertage haben wir selbstverständlich an der Bewältigung der Corona-Pandemie intensiv gearbeitet. Das gilt insbesondere für unsere Versorgungsärzte Dr. Alexander Zaune und Rainer Schindler, denen ich in besonderer Weise dankbar bin, sowie für viele weitere niedergelassene Ärzte. Ebenso unserem Gesundheitsamt unter Leitung von Frau Dr. Uta-Maria Kastner, unseren beiden Krankenhäusern in Dillingen und Wertingen, den Pflegeeinrichtungen, der Polizei, dem THW, dem BRK und unserer Führungsgruppe Katastrophenschutz - FüGK - im Landratsamt, die rund um die Uhr im Einsatz waren und sind. Sehr froh bin ich auch über das Verhalten unserer Bürgerinnen und Bürger. Die Ausgangsbeschränkungen wurden vorbildlich eingehalten. Herzlichen Dank dafür!

Am morgigen Mittwoch wird die Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten über mögliche Lockerungen der Kontaktsperre beraten. Ein uneingeschränktes und sofortiges Zurück in den gewohnten Alltag wird nicht möglich sein. Vielmehr kann ich mir ein allmähliches und schrittweises Vorangehen vorstellen. Bei der Abwägung werden sicherlich die Handlungsempfehlungen der Nationalen Akademie der Wissenschaften - Leopoldina - eine Rolle spielen. Allerdings werden in die Entscheidungen der Politiker weitere Gesichtspunkte mit einfließen – und das ist gut so!

In der anhaltenden Corona-Krise geht es tatsächlich um Leben und Tod. Wir stehen in vielen unserer gesellschaftlichen Bereiche vor gewaltigen Herausforderungen und Entscheidungen. Wir dürfen in Deutschland in einer freiheitlichen Demokratie leben. Deshalb können und sollen wir über die Lockerung der  Beschränkungen offen, fair und verantwortungsbewusst diskutieren. Eine schnelle und sofortige Aufhebung aller Einschränkungen ist nach meiner Überzeugung leider (noch) nicht möglich, weil es eine klare Wahl gibt: Entweder eine Gesellschaft akzeptiert kurzfristig wirtschaftliche Schäden, um die Seuche einzudämmen, oder sie bezahlt dafür mit vielen (vermeidbaren) Toten.

Erlauben Sie mir abschließend noch eine persönliche Anmerkung: In dieser besonderen Situation wird mir wieder sehr bewusst, wie gerne ich in unserem Land, in unserer Heimat lebe!

 

Mit herzlichen Grüßen

Ihr

 

Leo Schrell

Landrat

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