Gesundheitsamt Dillingen lädt zur Infoveranstaltung über Tuberkulose ein – Kinder einer Familie werden als Kontaktperson untersucht
Das Gesundheitsamt Dillingen bestätigte am 13.05.2026 das Ergebnis einer Untersuchung, wonach sich mehrere Kinder einer Familie bei einer an Lungentuberkulose erkrankten Person angesteckt haben. Die Kinder besuchen unterschiedliche Schulen in Lauingen. Ob die Kinder Erreger über die Lunge ausscheiden oder die Erkrankung bereits wieder verheilt ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen. Die anderen Kinder der betroffenen Klassen gelten deshalb vorsorglich als mögliche Kontaktpersonen. „Wir können derzeit aber davon ausgehen, dass nur ein geringes Ansteckungsrisiko bestanden hat“, sagt Dr. Uta-Maria Kastner, die Leiterin des Gesundheitsamtes.
Da die Infektionskrankheit Tuberkulose aber erfahrungsgemäß viele Ängste und Fragen auslöst, hat das Gesundheitsamt mit einem Elternbrief bereits informiert und lädt die Sorgeberechtigten der Schülerinnen und Schüler der betroffenen Klassen und Schulen sowie deren Lehrkräfte für Mittwoch, 13.05.2026 zu einer Informationsveranstaltung über die Erkrankung ein und wird das weitere Vorgehen des Gesundheitsamtes erläutern.
Sollte sich der seltene Fall bestätigen, dass eines der Kinder so stark erkrankt ist und Krankheitserreger über die Lunge ausscheidet, werden abhängig von der Länge des Kontaktes zu dem erkrankten Kind oder vom Alter der jeweiligen Kontaktpersonen unterschiedliche Untersuchungen, wie z.B. Bluttests oder Röntgenuntersuchungen, durch das Gesundheitsamt veranlasst. Diese Untersuchungen sind aber wegen der langen Immunreaktion des Körpers erst acht Wochen nach dem letzten Kontakt zu einer erkrankten Person sinnvoll. Erst dann kann eine Ansteckung nachgewiesen werden.
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die weltweit verbreitet ist, in Deutschland allerdings eher selten vor-kommt. Das Infektionsrisiko hängt vor allem von der Häufigkeit und der Dauer, sowie der Intensität des Kontakts ab. Zudem ist es entscheidend, wie stark die erkrankte Person die Erreger ausscheidet.
In der Mehrheit der Fälle bricht die Erkrankung aber gar nicht aus, weil die körpereigene Abwehr die Erreger eindämmt oder unschädlich macht. Manchmal verbleiben die Erreger aber auch im Körper und die Erkrankung bricht nach Jahren oder Jahrzehnten aus.
Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Jugendlichen und Erwachsenen erkranken nach einer Ansteckung. Kleinkinder oder Menschen mit ausgeprägter Abwehrschwäche erkranken hingegen häufiger.





