Neue Technik für den Katastrophenschutz
Der Landkreis Dillingen a.d.Donau investiert knapp 400.000 Euro in moderne Einsatzleittechnik für die Führungsorganisation bei Großschadensereignissen
Daniel BöhmKnapp 400.000 Euro hat der Landkreis Dillingen in einen neuen Einsatzleitwagen investiert, der bei Großschadenereignissen die notwendige Technik vorhält, um den örtlichen Katastropheneinsatz zu koordinieren. Zuständig sind hierfür die Örtliche Einsatzleitung und die Sanitätseinsatzleitung. An deren Mitglieder wurde nun von Landrat Markus Müller beim Rettungszentrum des BRK-Kreisverbandes Dillingen das Fahrzeug übergeben, für welches der Freistaat Bayern einen Zuschuss in Höhe von rund 146.000 Euro zugesagt hat.
„Ein leistungsfähiger und gut aufgestellter Katastrophenschutz ist bedeutend, denn die Anforderungen an die Einsatzleitungen bei Schadensereignissen sind immens“, so der Landrat. „Eine funktionierende Kommunikation, gute Arbeits- und Organisationsabläufe in den Führungsgremien wie z. B. bei einem Massenanfall von Verletzten sind entscheidend für die Einsatzkoordination.“ Die bisherigen zwei Fahrzeuge aus den Jahren 2003 und 2009 entsprachen nicht mehr den heutigen Anforderungen. Der Landkreis beschloss deshalb im Jahr 2023, die Technik in einem Fahrzeug zu bündeln. „Ich danke den Verantwortlichen und den beiden Unterstützergruppen der Sanitäts- und Örtlichen Einsatzleitung, dass sie den Einsatzleitwagen zukünftig gemeinsam betreiben werden und dass sie sich bei der Führungsorganisation engagieren“, betonte der Landrat. Dieses zeit- und arbeitsintensive Engagement sei nicht selbstverständlich. Der Leiter der Unterstützungsgruppe der Örtlichen Einsatzleitung, Sebastian Schaarschmidt aus Gundelfingen, sieht hierin auch noch einen anderen Vorteil: „Die gemeinsame Nutzung des Einsatzleitwagens wird die Zusammenarbeit der beiden Gruppen intensivieren und das WIR-Gefühl stärken.“ Bei größeren und komplexen Einsatzlagen über-nehmen die Unterstützungsgruppen eine entscheidende Funktion: Sie bilden das Backoffice der Einsatzleitung, in dem die Informationen zusammenlaufen, aufbereitet und übersichtlich dargestellt werden, damit fundierte Entscheidungen getroffen werden können.
Zur Übergabe waren neben Mitgliedern der Sanitäts- und Örtlichen Einsatzleitung und deren Unterstützungsgruppen auch die Leiter verschiedener Institutionen eingeladen, die bei Groß-schadenslagen in den Führungsstäben des Katastrophenschutzes mitarbeiten, wie z.B. Polizei, Kreisbrandinspektion und die Arbeitsgemeinschaft Psychosoziale Notfallversorgung.
Sowohl das neue Fahrzeug als auch die Unterstützungsgruppen werden zukünftig beim BRK-Rettungszentrum Dillingen untergebracht. „Mein Dank gilt dem BRK-Kreisverband Dillingen, aber auch der Feuerwehr Dillingen mit Stadtbrandinspektor Markus Pfeifer“, so der Landrat, „denn dort war die Unterstützergruppe der Örtlichen Einsatzleitung samt ihrem Fahrzeug bisher unter-gebracht.“
Der neue Einsatzleitwagen bietet modernste technische Möglichkeiten. Mehrere Bildschirme und Whiteboards ermöglichen es beispielsweise, Lagekarten, Einsatzinformationen und Verletzten-übersichten übersichtlich zu visualisieren. Darüber hinaus verfügt der Einsatzleitwagen über eine Satelliten-Anlage, eine eigene Stromversorgung, Wetterstation und umfangreiches Einsatz-material. Das Einsatzleitfahrzeug soll in den nächsten Monaten im Rahmen von Übungen den Feuerwehren und allen anderen im Katastrophenschutz mitwirkenden Hilfsorganisationen vorgestellt werden.
Daniel Böhm




