Bildrechte: Dr. Karolin LangSchnuller adé mit der Schnullerfee!
Der Schnuller – ein tückischer Begleiter
Der Schnuller spielt für viele Babys und Kleinkinder eine große Rolle. Er hilft Tränen zu trocknen, leichter in den Schlaf zu finden und Spannungen abzubauen. Das hört sich doch eigentlich ganz gut an. Allerdings können intensives Schnullern, Daumennuckeln oder Saugen an Nuckelflaschen langfristig zu Zahn- und Kieferfehlstellungen, zu Karies oder auch zu Störungen in der Sprachentwicklung führen. Diese Folgen sind manchen Eltern nicht bewusst.
Das Gesundheitsamt Dillingen möchte darum Eltern von kleinen Kindern bei der Entwöhnung vom Schnuller oder von der Nuckelflasche unterstützen. Hier finden Interessierte wertvolles Hintergrundwissen zu den Folgen des Dauernuckelns sowie Tipps zur Prävention und Abgewöhnung des Schnullers.
Zudem ruft das Gesundheitsamt aktuell die Präventions-Aktion „Schnuller adé mit der Schnullerfee!“ ins Leben. Kinder können zusammen mit ihren Eltern das Gesundheitsamt besuchen und den Schnuller an die Helferinnen der Schnullerfee übergeben. Sie erhalten dafür eine Urkunde sowie ein kleines Geschenk. Fragen zum Thema können vormittags mit Frau Dr. Lang (Zahnärztin) auch persönlich besprochen werden. Die Kontaktdaten zur Anmeldung stehen am Ende des Beitrags.
Zum „Tag der Zahngesundheit“ am 25.09.2026 wird die Schnullerfee erstmals auch persönlich das Gesundheitsamt besuchen. Zusammen mit ihr können Kinder ihren Schnuller oder die Nuckelflasche an einen Schnullerbaum hängen. Das ritualisierte Abgeben des Schnullers soll Eltern und Kind beim Abschied von Schnuller oder Nuckelflasche unterstützen.
Negative Folgen des Schnullers
Häufiges Schnullern oder Nuckeln an Fingern oder Flaschen ist aus zahnärztlicher, kieferorthopädischer und aus logopädischer Sicht problematisch. Schnuller, Finger oder Sauger stellen einen Fremdkörper im Mund dar, wodurch das Muskelgleichgewicht von Kiefer, Lippen und Zunge gestört wird. Dauerhaft kann dies zu negativen Auswirkungen in der Kieferentwicklung (oft zu kleiner Oberkiefer) und zu massiven Zahnfehlstellungen (z. B. lutschoffener Biss) führen. Auch das Erlernen vieler Laute, wie von „S“ und „Z“, können beeinträchtigt sein. Überdies birgt die Nuckelflasche neben den genannten Risiken noch eine erhöhte Kariesgefahr, wenn zuckerhaltige Getränke (auch z. B. Milch!) die Zähne ständig umspülen.
Tipps zur Prävention
Um die genannten Folgen zu vermeiden, oder möglichst gering zu halten, können diese Tipps hilfreich sein:
- Am besten keinen Schnuller/keinen Daumen/keine andere Lutschgewohnheiten!
- Schnuller ist besser als Daumen! Der Gebrauch des Schnullers ist einfacher zu steuern, da er nicht jederzeit verfügbar ist. Zudem ist der Daumen deutlich dicker und führt dadurch verstärkt zu Zahnfehlstellungen.
- Schnuller in kiefergerechter Ausführung oder sogar mit dentaler Stufe nutzen! Schnuller in dieser Form sind besonders dünn, wodurch Zahnfehlstellungen auf ein Minimum reduziert werden können.
- Nuckelflaschen nicht als Schnullerersatz! Nuckelflaschen sollen bei Kleinkindern nur mit Wasser oder ungesüßtem Tee und nur zum Trinken genutzt werden. Sie sind nicht zum Dauernuckeln als Schnullerersatz geeignet. Die Kariesgefahr ist zudem bei zuckerhaltigen Getränken (auch bei Milch) deutlich erhöht.
- Schnuller-Abgewöhnung spätestens ab dem 2. Lebensjahr! Grundsätzlich gilt, dass der Schnuller so wenig und kurz wie möglich eingesetzt und so schnell wie möglich abgewöhnt werden sollte. Bereits eingetretene Verformungen des Kiefers und Zahnfehlstellungen können nach Abgewöhnung der Lutschgewohnheiten bis zum 2. Lebensjahr durch Wachstum noch ausgeglichen werden. Ab drei Jahren sollte der Schnuller dann verschwunden sein. Korrekturen durch Wachstum sind danach eher unwahrscheinlich und nur noch in sehr geringem Maße möglich. Häufig bedarf es dann einer kieferorthopädischen Behandlung. Fehlerhaft erlernte Laute müssen durch Logopädie korrigiert werden.
Tipps zur Entwöhnung
- Den richtigen Zeitpunkt finden! Die Abgewöhnung des Schnullers oder der Nuckelflasche sollte nicht zeitgleich mit anderen Veränderungen für das Kind stattfinden (z. B. Geburt eines Geschwisterkindes, Start in der Kita, Umzug). Vorteilhaft ist auch eine Phase mit reduzierter elterlicher Belastung, z. B. im Beruf, zu finden. Ein „Kurz-Urlaub“ in den eigenen vier Wänden ist ideal für die erste Phase der Schnullerentwöhnung. Es macht es einfacher, wenn Eltern morgens vielleicht länger schlafen können und nicht arbeiten gehen müssen, wenn das Kind nachts durch den Schnullerentzug schlechter geschlafen hat. Zudem sollten Eltern in dieser Phase möglichst keine weiteren emotionalen Belastungen haben, denn das erleichtert es, das Weinen, Jammern und Betteln des Kindes auszuhalten.
- Schnuller-Zeiten im Vorfeld schon reduzieren! Es kann helfen das Schnullern nach und nach auf kurze Zeiten zu beschränken und außerhalb des Sichtbereiches des Kindes aufzubewahren (z. B. nur noch zum Einschlafen und dann aus dem Mund nehmen).
- Die Kita einbeziehen! Die Betreuungspersonen in der Kita sollten über die geplante Schnullerentwöhnung informiert und um Mithilfe gebeten werden (z. B. nach Begrüßung den Schnuller zügig in den Rucksack räumen).
- Vorbereitung des Kindes hilft bei der Abgewöhnung! Beispiele können sein:
- Geschichten z. B. von der Schnullerfee erzählen und ein kleines Geschenk bei Abgabe des Schnullers
- Ritualisiertes Aufhängen des Schnullers an einen Schnullerbaum
- Vergraben des Schnullers im Garten (dort „wächst“ dann vielleicht ein Schnullerbaum)
- „Verschenken“ des Schnullers an ein Baby in der Familie oder dem Freundeskreis
- Abgabe des Schnullers an die Schnullerfee und ihre Helferinnen im Gesundheitsamt
- Trost und Ablenkung: Körperliche Nähe, Zuspruch, ein tröstendes Kuscheltier und Ablenkung (z. B. Vorlesegeschichten, Spaziergänge) können helfen ein unruhiges oder weinendes Kind zu beruhigen.
- Konsequent bleiben: Am Tag X sollten dann alle Schnuller im Haushalt eingesammelt werden (Bettritzen, Handtaschen, Spielzeugkisten nicht vergessen!) und gleich entsorgt werden. Es sollte kein Zurück mehr geben, denn sonst „lernt“ das Kind, dass es nur genug jammern muss, und es hat den Schnuller wieder. Die ersten ein bis drei Tage sind erfahrungsgemäß die aufreibendsten für alle Beteiligten, dann wird es leichter. Durchhalten ist wichtig. Manche Kinder fragen aber auch nie wieder nach dem Schnuller und kommen ganz selbstverständlich mit der neuen Situation klar.
Anmeldung bei den Schnullerfee-Helferinnen:
Besuchsmöglichkeit:
Hauptgebäude Große Allee 24 (nach Anmeldung über die Homepage s. u.) Zimmernummer A-U04 Montag bis Freitag von 09:30 Uhr bis 11:30 Uhr und Donnertag zusätzlich 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr
Anmeldung:
https://landkreis-dillingen.termine-reservieren.online/
Für weitere Fragen rund um die Nutzung des Schnullers, oder auch zu allgemeinen Themen der Mundgesundheit, wenden Sie sich gerne an:
Dr. Karolin Lang (Zahnärztin in Gesundheitsdienst) Mail: Dr.Karolin.Lang@landratsamt.dillingen.de
Telefon: 09071 51-441 (Erreichbarkeit: Mo. bis Fr. von 9:30 – 11:30 Uhr)
Bildrechte „Schnullerfee“: Dr. Karolin Lang






